Silberlauf

Aus Athalon
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Silberlauf
Wappen.png
Name Silberlauf
Bewohner 11.300 Einwohner
Regentschaft Graf Weidmar zu Leskmarningen
Garnisonen Stadtwache
Tempel Silvanische Kirche
Wirtschaft Ackerbau
Besonderheiten Belebter Stadtmarkt
Stimmung Schuftend und schaffend


Silberlauf ist eine Kleinstadt im Süden der Kaiserlichen Monarchie Tasperin. Sie liegt am gleichnamigen und namensgebenden Silberlauf und ist Teil der Provinz Kornfall. Die Siedlung markiert eines der nördlichen Enden der landwirtschaftlich wichtigsten Zone in Tasperin. Der Silberlauf mündet in den nördlich der Stadt liegenden Silbersee der Thalerschen Seenplatte.

Die heute florierende und lebhafte Bauernstadt gilt als Geburtsort von Franziskus Maximilian Gerber.

Geographie

Die auf den flachen Ebenen der Provinz Kornfall errichtete Stadt Silberlauf dehnt sich weit über die Landschaft aus. Viele Bewohner leben in landwirtschaftlichen Gehöften, sodass man die Ortschaft eher als großen Zusammenschluss durch die Eingemeindung von Dörfern betiteln kann. Ein wirkliches Zentrum gibt es daher nur bei der Silvanischen Kirche am Hauptmarkt. An eben diesem Hauptmarkt befinden sich mehrere kleine Hügel, die allesamt gerade einmal eine Erhöhung von bis zu zwanzig Metern ausmachen. Gebirge oder Berge gibt es dagegen im Einzugsgebiet der Stadt nicht.

Als Wasserquelle dient der namensgebende Silberlauf, der aus einer natürlichen Untergrundquelle etwa fünfzehn Kilometer südlich des Silbersees der Thalerschen Seenplatte an die Oberfläche sprudelt. In einem kleinen Steinbassin sammelt sich das Grundwasser und fließt anschließend in einem leicht schwenkenden Kurs nach Norden. An seinem Verlauf entziehen besonders die Landwirte dem Fluss reichlich viel Wasser, weshalb der Silberlauf im Sommer für sein Niedrigwasser bekannt ist. Er ist nur mit Ruderbooten und kleinsten Transportschiffen wirtschaftlich nutzbar. Auch kleine Fischvorkommen leben in dem Gewässer, welche aber fast gänzlich aus dem naheliegenden Silbersee stammen.

Felder bei Silberlauf

Silberlauf erlebt milde Winter und heiße Sommer. Schneefall ist selten, oftmals bleiben die Temperaturen um den Gefrierpunkt herum. Die Sonne heizt die nährstoffhaltigen Böden im Frühjahr bereits schnell wieder auf, sodass die Blütezeit stets pünktlich einsetzt. Der Sommer kann manchmal unerträglich werden, wenn die Sonne den ganzen Tag über den Feldern steht und auf die Arbeiter herabscheint. Temperaturen um die 30 Grad sind dann an der Tagesordnung. Erst zum Herbst fallen Blätter und Temperaturen zugleich, sodass die Arbeit wieder pausenlos bis in die Abendstunden erledigt werden kann. Die Böden um Silberlauf sind aus einem guten Gemisch aus Erde und Lehm, sie werden von Natur- wie Gesteinskundlern als recht fruchtbar betrachtet. Die Landwirte machen sich diese Verhältnisse zu nutze, bauen unzählige Getreidesorten und auch einige Wildkräuter an.

In den üppigen Wäldern zwischen den Ortsteilen ist die Tierwelt weiterhin gut vertreten. Vögel nisten sich gern auf den Dachböden oder Baumkronen ein, kleinere Säugetiere springen durch das Unterholz und selbst die Insektenwelt findet reichlich Verstecke und Nahrung in Kornspeichern und Feldern. Für die Menschen stellt der dadurch entstehende, nicht unerhebliche Ernteverlust oft ein Ärgernis dar, dafür können sie sich zugleich Pferde, Katzen und Hunde ohne größeren Aufwand halten. Zwischen den Äckern grasen Nutztiere, die zur Saatzeit wiederum vor die Pflüge gespannt werden.

Geschichte

Malerei des Silberlaufs

Verschiedene Siedlungen auf dem Gebiet des heutigen Silberlaufs soll es bereits zur Zeit des Heiligen Sorridianischen Reiches gegeben haben. Menschen haben vor allem die fruchtbaren Böden ausgenutzt, um für sich und ihre Familien zu sorgen. Offizielle urkundliche Belege gibt es heute allerdings nicht mehr aus dieser Zeit. In Tasperin ist bekannt, dass besonders kleine Höfe und Dorfzusammenschlüsse über Jahrhunderte im Bereich des heutigen Hauptmarktes der Stadt ansässig waren. Ausgangspunkt für all diese Orte war der Silberlauf, welcher seinen Namen aufgrund einer Wasserverschmutzung von 513 AD hatte, die den gesamten Fluss silbrig schimmern ließ und schwere Magenverstimmungen bei Trinken verursacht hatte.

Die gesamte Region unterstand lange der erst sorridianische, später tasperiner Grafschaft der unteren Thalerseen. Die vor allem für ihre landwirtschaftlichen Produkte bekannte Region war wirtschaftlich wenig aufsehenerregend und verzeichnete kein großes Bevölkerungswachstum. Erst um 800 AD sorgte ein Zuzug aus dem Norden des Landes für eine Verdichtung der Dörfer. Doch selbst diese Vergrößerungen und Neugründungen ermöglichten weder die Erlangung eines Stadtrechts noch die Einrichtung einer anderen Verwaltungshierarchie. Erst um 979 AD wurde auf ein Dekret des Herzogs von Kornfall eine Eingemeindung der Orte Laufen, Silberfurt, Troest und Hanvere zu einem gemeinsamen Ortskern vorgenommen. Als Zentrum wurde der am Ufer des Silberlaufs gelegene Hauptmarkt bestimmt, der Name Silberlauf vergeben und eine Grafschaft implementiert.

Die offiziell als Stadt vermarkte Gemeindung ist seither als dezentral aufgebauter Ort verwaltet. Die meist nur wenige einhundert Meter auseinander liegenden Ortschaften werden als Stadtteile geführt und sind im Regelfall nur durch offene Kornfelder voneinander getrennt. Die Mehrheit von ihnen liegt entlang des Silberlaufs. Mehrere große Feuer führten zu Verlusten ganzer Ortsteile, aber nie zu einer größeren Anzahl von Toten, da die Flucht der Dörfler stets auf die offenen Felder erfolgen konnte. Selbst das mehrfache Einziehen von jungen Männern im Kriegsfall nach dem Tasperiner Militär- und Wachrecht schadete Silberlauf nicht nachhaltig.

Gerade der als Hauptmarkt verstandene Platz im Zentrum von Silberlauf verschafft vielen Bewohnern auch heute noch eine gewisse Zugehörigkeit zur Region ohne dabei auf die Identität ihrer Dorfgemeinschaft verzichten zu müssen. Selbst gegen mehrere Steueranhebungen und Grundverschiebungen konnten sich die Bewohner durch Absprachen und Verhandlungen untereinander geschickt wehren, indem sie etwa gegenseitige Grundabtretungen zur eigenen Gunst vornahmen. Seit 1234 AD wird Silberlauf als Kleinstadt geführt und damit zu einer Grafschaft im engeren Sinne zusammengefasst. Andere zur Grafschaft zugehörige Dörfer wurden dem Stadtgebiet zugeschrieben, selbst wenn sie mehrere Kilometer vom Hauptmarkt entfernt liegen. Teile des Bereichs um den Silbersee mussten dafür abgetreten werden.

Im Krieg mit Sorridia von 1337 bis 1340 AD wurde Silberlauf zu einem Logistikzentrum des Tasperiner Heeres bestimmt. Nahe dem Ortszentrum wurde ein großes Zeltlager für Rekruten errichtet, die Bauern mussten in ihren Häusern Offiziere und in den Stallungen die Pferde der Kavallerie unterbringen. Große Teile der gewonnen Nahrungsmittel wurden direkt den Heeressoldaten bereitgestellt. Alle Männer bis zum Alter von 45 Jahren wurden direkt eingezogen und in eine neu aufgestellte Logistikeinheit eingegliedert. Nur wenige von ihnen kehrten nach Kriegsende wieder zurück. Silberlauf war dieser Verlust an Arbeitskraft merklich anzusehen. Kaum irgendwo waren junge Männer am Werk, viele Söhne starben oder verschollen im Krieg. Bis heute merkt man diese Auswirkungen teils noch.

Politik und Wirtschaft

Feste der Leskmarningens am Hauptmarkt

Als Teil einer Grafschaft ist Silberlauf offizielles Hoheitsgebiet der Kaiserlichen Monarchie Tasperin. Die Führung über alle weltlichen Belange und die Stadtwache hat Graf Weidmar zu Leskmarningen. Der als interessierter Pflanzenkenner und Vogelkundler geltende Adlige verbringt die meiste Zeit seines Daseins mit Ausritten und Beobachtungen von Flora und Fauna. Sein Tagesgeschäft überlässt er vor allem seinem deutlich jüngeren Sohn Adalbert zu Leskmarningen. Dieser soll ein weitestgehend gerechter Realist sein, die dörfliche Umgebung aber nur wenig zu schätzen wissen. Gelegentliche Berichte beleuchten, dass er sich an Frauen vergriffen habe. Ihre Festung liegt am Hauptmarkt und besticht vor allem durch die großen Wohntürme. In einem zentralen Thron- und Festsaal empfangen sie nicht nur Bittsteller sondern auch regelmäßig andere Gäste, denn die Familie ist durch viele Kinder in viele andere Häuser eingeheiratet.

Der bestechende Hauptmarkt an der zentralen Kirche der Stadt liegt direkt am Silberlauf. Der mehrere Drygore-Felder große, täglich öffnende Markt ist der Verkehrsknotenpunkt und Umschlagplatz der Wirtschaft in Silberlauf. Die meisten Landwirte verkaufen hier karrenweise ihre geernteten Produkte an die Händler, welche den weiteren Transport nach Linnigh oder ins sorridianische Padarak übernehmen. Buntgeschmückte kleine Holzhütten werden als Marktstände und kleine Kochbuden genutzt, um Nahrung in allen Variationen anzubieten. Um den Hauptmarkt herum haben sich andere Gewerbe niedergelassen, die vor allem zahlungskräftigeres Klientel ansprechen. Kleinbetriebe und -gewerbe finden sich dahingegen vor allem in den abseits liegenden Dörfern bei den Gehöften.

Silberlauf in seiner Gesamtheit ist eine größere Bauernstadt. Fast alle Einwohner arbeiten in oder mit der Landwirtschaft, vor allem dem Ackerbau. Die Viehzucht nimmt nur eine untergeordnete Rolle ein, wird meist als Nebenbetrieb ausgeübt. Vor allem der Getreideanbau ist die Haupteinkommensquelle der meisten Menschen. Im Südwesten der Stadt haben sich einige Winzereien niedergelassen, die auf den flachen Ebenen Trauben für die Herstellung von Wein reifen lassen. Wein aus Silberlauf nimmt eher eine untergeordnete und verrufene Rolle ein, wird teilweise sogar als billiger Fusel verspottet, was vor allem auf seine süße Geschmackstrübung zurückzuführen ist.

Bildung ist nicht wirklich verbreitet. Allenfalls sind geringe Kenntnisse der Mathematik vorhanden, um einfache Handel abzuschließen. Es dominiert handwerkliche und einfache Arbeit, die vor allem durch Erfahrungen und arbeitstätige Vermittlung erlernt wird. Viele Einwohner gehen in ihrer freien Zeit am Silberlauf oder Silbersee angeln, um den ein oder anderen leckeren Fisch mit nach Hause nehmen zu können.

Gesellschaft und Kultur

Die Gesellschaft in Stadt und Region setzt sich aus einer bäuerlichen, wenig gebildeten und religiösen Unterschicht sowie einer zahlenmäßig kleinen, führenden Oberschicht zusammen. Während die Bauern den ganzen Tag auf den Feldern stehen, ihrem harten Tagwerk nachgehen und erst beim abendlichen Gebet zur Ruhe kommen, leiten die wenigen Adligen mit einer Handvoll Kaufleute die wirtschaftlichen Geschicke in Silberlauf. Die Silvanische Kirche hat erheblichen Einfluss auf die meisten Bewohner und vermag allein in ihren Messen überzeugende Argumente zur Lenkung der Bevölkerung kundzutun. Gemeinsam mit dem Grafen werden die Geistlichen respektiert und gewürdigt.

Für die wenig gebildeten Bauern gibt es neben dem Gebet und dem wöchentlichen Marktgang am Hauptmarkt nur wenig Ausgleich. Viele von ihnen Fischen als Freizeitbeschäftigung oder widmen sich Karten- und Würfelspielen, wissen aber, dass sie allerhöchstens an den Feiertage nicht auf dem Feld gebraucht werden. Ihr Leben wird von der Arbeit bestimmt, so wie es Deyn Cador laut den Messen vorherbestimmt hat. Dennoch leben sie ein nicht zu verachtendes Leben. Ihre Mägen sind meist gefüllt und im familiären sowie örtlichen Verbund gibt es Rückhalt und Zuspruch. Dazu kommt eine, vielleicht noch aus Sorridia stammende, Vorliebe für Tänze und Musik. Gerade auf dem Hauptmarkt spielen täglich wechselnde Gruppierungen, oftmals Laien, aber manchmal auch weitbekannte Künstler für die Bewohner von Silberlauf.