Bohemund de Corastella

Aus Athalon
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Bohemund de Corastella ist ein Adliger aus dem Adelsgeschlecht der Familie de Corastella, der Regenten der patrischen Stadt Corastella und derzeitiger Hochmeister des Orden des heiligen Mikael zu Patrien. Er gilt als geradliniger und strenger Anführer sowie gemäßigter Durchsetzer des Glaubens wenngleich er seinen Orden als eine der offensivsten Fraktionen in den 34. Südleändischen Kreuzzug führte.

Werdegang

Bohemund wurde als zweites Kind des 1347 AD verstorbenen Marquis von Corastella und seiner Gattin geboren. Über seien Kindheit sind nur wenige Details bekannt. Lediglich, dass er im steten Wettkampf mit seinem nur zwei Jahre älteren Bruder Patricio stand, gibt es mehr als ausreichend Aufzeichnungen. Bei beinahe jedem offiziellem Auftreten der Familie stellten sich die Brüder gegeneinander zur Schau. Was bis zum zehnten Lebensjahr der beiden Brüder oftmals als einfachere Rauferei oder - auf offiziellen Anlässen - Duell im Schachspiel mit einem gewissen Schmunzeln aufgenommen wurde, wandelt sich mit den Jahren deutlich. Bei jedem Turnier der Familie galt der Schwertkampf der beiden Brüder als einer der Höhepunkte. Nachdem Bohemund das sechszehnte Lebensjahr erreichte, galt das alljährliche Turnei zu Pferd als Königsdisziplin beider Brüder. Angespornt von der jeweils zurückliegenden Niederlage wechselten sich Patricio und Bohemund als Sieger immer wieder aufs Neue ab.

Zu seinen restlichen Geschwistern, zwei weiteren Brüdern und drei Schwestern, pflegte er ein gutes und verständnisvolles Verhältnis. Besonders seine Schwestern versuchte er mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Zu mancher Festivität sieht man auch heute noch, dass eine der Schwestern Bohemunds den offiziellen Veranstaltungen beiwohnt, um den Segen seiner eigenen Familie zu geben. Abseits davon investierten seine Eltern erheblich in seine Bildung und Ausbildung. Er hatte mehrere Privatlehrer in den einfachen und gehobenen Künsten sowie mehrstündigen Kampfunterricht am Morgen; wohl auch eine Begleiterscheinung des Wettkampfes mit seinem Bruder. Insbesondere in der Militärkunde sowie der Mathematik zeigte der junge Adlige hohe Begabungen. Als zweitgeborener Sohn der Familie stand jedoch schon früh fest, dass er nicht in die Fußstapfen seines Vaters als amtierender Marquis treten würde, sofern seinem Bruder nichts zustieße. Aufgrund des bestehenden Respekts und der innigen Bindung zu seinem Bruder entschied sich Bohemund mit siebzehn Jahren seinem zwar gemäßigten, aber tiefsitzendem Glauben zu folgen.

In den Folgejahren ist wenig über seine genauen Tätigkeiten bekannt. Aus den Archiven des Orden des Heiligen Mikael zu Patrien geht nur hervor, dass Bohemund seine Ausbildungsabschnitte mit Exzellenzvermerken abschloss und erhebliche Spenden seiner Familie an den Orden eingingen. In den Rängen des Ordens stieg er somit schnell auf und wurde mit nur 26 Jahren Anführer der Niederlassung in Corastella. In dieser Position sah man ihn beinahe zehn Jahre häufig an der Seite seines Bruders, besonders wenn diese offizielle Veranstaltungen und Sitzungen zur Führung des väterlichen Großherzogtums wahrnahmen.

Nach dem gewaltsamen Ableben seines Vorgänger im sorridianischen Bürgerkrieg stieg Bohemund de Corastella 1338 AD an die Spitze des Ordens auf. Er sorgte dafür, dass sich seine Ordensritter weitgehend aus den inneren Streitigkeiten und Konflikten im brennenden Sorridia heraushielten. Seine Bemühungen der Ruhe und Friedenssuche werden heute als wegweisend im Erhalt der Stabilität innerhalb Patriens angesehen. Historiker schreiben ihm eine der wesentlichen Rollen, neben der Königsfamilie Campillo und einem halben Dutzend weiteren namenhaften Kirchen- und Adelsvertretern, in der Befriedung Patriens während der Unabhängigkeitserklärung. Nach der offiziellen Ausrufung des unabhängigen Königreichs Patrien sorgte er sich in Begleitung seines Bruders als einer der ersten Kirchenvertreter um die Akkreditierung seines Ordens unter dem neuen König.

Weitaus brutaler erschien jedoch de Corastellas Rolle im Kreuzzug nach Szemäa. Obgleich unzähliger Verluste bewies Bohemund, dass er trotz schwerer eigener Verletzungen, ein fähiger Kriegsherr ist. Angetrieben von seinem Glauben und einer persönlichen Abscheu gegen Kirche des Lebenden Gottes zog er direkt unter dem Ruf von Sir Walter Ripel aus. Besonders in den Belagerungsschlachten von Jeorgina und Aironia waren es die raffinierten Schlachtzüge und Taktiken Bohemund de Corastellas, die die Einnahme der von Ketzern besetzten Städte ermöglichten. Ihm wird aber auch die Rolle eines gnadenlosen Schlächters von Unschuldigen und Ungläubigen zugeschrieben, der ohne Rücksicht auf Verluste seine ambitionierten und vom Glauben geleiteten Ziele durchzusetzen vermag.

Persönlichkeit

Der Anführer der Mikaelaner in Patrien gilt als gemäßigter, aber kirchentreuer Anhänger Deyn Cadors. Er ist ein begnadeter Militarist, der mit einer unheimlichen Strenge und Erwartungshaltung gegenüber seinen Ordensrittern auftritt. Wer seine Erwartungen nicht erfüllt, kann schnell in Ungnade verfallen; eine nur wenig erfreuliche Aussicht. Auf der anderen Seite ist er seiner Familie treu gegenüber verpflichtet. Obgleich er keine offiziellen Aufgaben innerhalb des Großherzogtums von Corastella mehr wahrnimmt, tritt er regelmäßig innerhalb der Stadt oder mit seinem Bruder Patricio auf. Besonders Segnungen und größere Kirchenfeste lässt die Sorridianische Kirche mit großer Beteiligung der Ordensritter des Mikael und Bohemund ausrichten, sodass er in manchem Jahr mehr Zeit in seiner Heimatstadt als in seiner Feste verbringt.

Unterdessen werden ihm auch gerechte und friedenswahrende Aspekte zugeschrieben, die er sich besonders in der Vergangenheit erarbeitet hat. In letzten Jahren überschatteten die schwerwiegenden Entscheidungen zulasten einzelner Schicksale jedoch mehr und mehr die ihm eigentlich zugesprochene Gerechtigkeit.